KOUDLAM , New Order
(Source: youtube.com)
“ Heute kann sich jeder Alt- und Neo-Nazi in Ruhe durch die öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramme schalten. Kein Fassbinder, kein Wildenhahn, keine feministischen Filmemacherinnen mehr, die ihm in schöner Regelmäßigkeit die Stimmung verderben. “Liebe Deutschland” ist der kategorische Imperativ, dem jede budgetierte deutsche Film- und Fernsehproduktion unterliegt: Die im Produktionsspiegel veröffentlichten Synopsen der vom Deutschen Filmförderfonds (DFFF) geförderten Filme geben darüber Aufschluss, dass die Schlüssel zum Geld die “Liebe” und das “Deutschland” sind. Im Lichte des fünfzigjährigen Jubiläums des Oberhausener Manifests betrachtet ist das ein Skandal, weil sich das Manifest ja gerade gegen die heimatselige Konservierung post-nationalsozialistischer Filmästhetiken gerichtet hatte.
Aus aktuellem Anlaß:
Entweder Broder - Die Deutschland-Safari! - Krieg und Frieden
weitere Folgen: https://vimeo.com/search?q=Entweder+Broder

Auf YouTube gibt es eine interessante Doku von 1989 über die Kowloon Walled City, einem legendären, wild bebauten Stadteil von Hongkong, der vor seinem Abriss 1993 die höchste Bevölkerungsdichte der Welt hatte und lange Zeit als Art rechtsfreier Raum unter Kontrolle des organisierten Verbrechens galt. Doku gibts nach dem Klick, mehr Fotos bei Doobybrain.
(Source: interweb3000.blogspot.de)
“ Und wer noch an Internet-Revolutionen glaubt, der hat sowieso vergessen wie es ist, Rotwein-trunken am Spalt offener Fenster zu riechen. Bei dem ist die Verlifestylung des Roamingdschungels ein reiner Nebeneffekt. Der glaubt noch an das Fernsehen. Und der glaubt auch an einen Rip-Off. Der hat in Kairo per Facebook mitgemacht.
Wondering how you can help the IDF protect the Israel’s residents? Spread the truth.
Ein Vortrag von Daniel Erk zur Banalisierung des Bösen
Today, 7:00pm
im Zazie Kino in Halle (Saale)
Daniel Erk analysiert und kommentiert in seinem neuen Sachbuch „So viel Hitler war selten“ ein erstaunliches Zeitphänomen. Ob in der Werbung, den Medien oder im politischen Streit – Hitler ist wieder überall. Seine T…hese: Durch die sorglose Omnipräsenz des Mannes mit dem kleinen Bart, der als das personifizierte Grauen gilt, wird die Zeit des Nationalsozialismus banalisiert und die eigentliche Gefahr des Faschismus unterschätzt. Verliert das Schreckliche seinen Schrecken?
Seit 2006 betreibt der Journalist und Autor Daniel Erk für die „taz“ den ‚Hitlerblog‘, der im Jahr 2010 als bestes Weblog des Jahres mit dem LeadAward in Bronze ausgezeichnet wurde. In seinem Vortrag zum Buch erklärt der Autor „warum der Mann mit dem kleinen Bart nicht totzukriegen ist“. Im Anschluss an den Vortrag laden wir zur Diskussion.

Weiterhin sind in dieser Ausgabe beide Vorträge zur Diskussionsveranstaltung “Der große Hedonismus-Schwindel. Über die Rebellion der Angepassten.” (August 2011) nachzulesen:
Nach einem gelungenen Abgang liegt die letzte Ausgabe jetzt beim Local Dealer, kann auf bonjourtristesse.wordpress.com gelesen werden und ist als PDF erhältlich.
Hier stehe ich, ich kann nicht anders.
Die Wutbürgerproteste und der Umschlag von ethischer in praktische Gewalt, Vortrag & Diskussion mit MAGNUS KLAUE
24.01.2012 Universität Jena, Hörsaal 8 // 19 Uhr
In nichtrevolutionären Zeiten pflegen sich die nach innen gestaute Wut, der Neid und das Ressentiment der Massen in aktionistischen Ersatzhandlungen Bahn zu brechen, die wahlweise „Revolten“ oder „Aufstände“ genannt werden und, wenn es ganz schlimm kommt, zur authentischen Tathandlung der zum Volk zusammengeschweißten freiwillig Entmündigten eskalieren. Der prospektive Feind solcher im Pogrom zu sich selbst kommenden Aufstandseuphorie ist von der „Occupy“-Bewegung ebenso abstrakt wie konkret mit dem Slogan „Eine Welt ohne 1 % ist möglich“ benannt worden: Egal, wer sich in welcher Zahl und an welchem Ort zum spontanen Kollektiv zusammenklumpt, es gibt immer das eine Prozent, das aus der Welt geschafft werden muß, damit die anderen sich wohlfühlen können. Das eine Prozent ist das zur statistischen Größe zusammengeschrumpfte, unpersönliche, aber im je besonderen Fall immer konkrete Opfer, das gebracht werden muß, damit die restlichen 99 es mit der Borniertheit und Stumpfheit ihresgleichen aushalten. Bei aller Unduldsamkeit gegenüber Kritik und Geist ähneln die Protagonisten der „Occupy“-Bewegung den diversen Umwelt-, Bildungs- und Bahnhofsprotestlern allerdings darin, daß sie bislang erstaunlich gewaltlos geblieben sind und gut protestantisch mit „moralischen“ und sonstigen „höheren Werten“ argumentieren. Doch die Geschichte des Protestantismus selbst macht augenfällig, daß die ungetrübte Überzeugung, auf der richtigen Seite zu stehen und daher um keinen Zoll weichen zu dürfen, jederzeit in Barbarei umschlagen kann. Vor diesem Hintergrund wird der Vortrag die Wutbürgeraufstände hierzulande als Symptome einer immer offeneren (Selbst-)Vernichtungssehnsucht des depravierten Restbürgertums zu deuten versuchen.
Magnus Klaue ist freier Autor und publiziert u.a. in den Zeitungen Bahamas und Jungle World.
(Source: podcast.de)